Hallo lieber Leser,
mein Name ist Florian und ich bin schon 13 Jahre alt. Und Du wirst dich nun wohl fragen, was ich in dieser Festschrift zu suchen habe. Ganz einfach, auch ich interessiere mich für die Feuerwehr und deshalb möchte ich hier ein wenig darüber erzählen. Naja, eigentlich war es ja andersrum. Eigentlich hat mich ja mein Freund Peter mit zum Dienst der JF Herberhausen geschleppt. Der war schon länger dabei und hatte mir mal davon erzählt und das es nicht schlecht sei. Also bin ich aus Neugier mal mit und fand es echt nett. Vor allem, weil eine Menge Jungs meines Alters auch dabei sind. Mädchen sind übrigens auch da, aber dazu später mehr.

Nachdem ich nun schon fast zwei Jahre dabei bin, kann ich wohl sagen, dass ich nun "Feuer und Flamme" für die JF bin.
Bevor ich also zur JF gekommen bin wusste ich nicht wirklich viel darüber. Ich habe nur manchmal Montags ein Feuerwehrauto auf der Festwiese gesehen und davor ein paar Kids in blauen Anzügen die über irgendwelche Holzgestelle hüpften. Sah schon etwas komisch aus und ich hatte mich schon gefragt, was die da wohl machen. Heute weiß ich es....
Die üben da für die Wettbewerbe. Wettbewerbe bei der "Jugendfeuerwehr"? Ja genau. Wir treten dort gegen die anderen JF´s aus Göttingen an. Und dem Landkreis. Und auch gegen Jugendfeuerwehren aus dem Bezirk Braunschweig. Aber dazu muss man schon eine Menge können und den ersten Platz bei den Stadtwettbewerben belegen um sich zu qualifizieren. Zum Glück sind wir auch manchmal erfolgreich und haben es schon ein paarmal dorthin geschafft. Und ich kann dieses Jahr auch endlich in der Wettkampfgruppe mitmachen! Juhu! Hoffentlich mache ich dann keine Fehler, das gibt nämlich Punktabzug und kann das Ergebnis ziemlich verhageln.
Genau genommen handelt es sich um zwei verschiedene Wettbewerbe. Einen feuerwehrtechnischen Teil und einen sportlichen Teil.
Der technische Teil klappt bei uns schon ganz gut. Ich kann zwar meinen Befehl noch nicht richtig auswendig, aber das bekomme ich auch noch hin. Ich bin dieses Jahr Angriffstruppführer. Wir haben die Aufgabe das "erste Rohr" vorzunehmen. "Wir" deshalb, weil man bei der FW fast alles zu Zweit macht. Das nennt man dann einen Trupp. Mein Truppkollege ist Mareike. Ja, wir haben wie gesagt auch Mädchen in der JF und davon eine ganze Menge. 11 zu 10 für die Mädels. Mädchen sind ja shcon manchmal seltsam, aber Knoten kann Mareike besser als ich. Das ist jetzt unsere nächste Aufgabe, Knoten auf Zeit. Wir haben das im Winter im Unterricht zwar gelernt, aber so auf Zeit kann ich die noch nicht richtig. Vielleicht kann Mareike mir ja meinen Knoten nochmal zeigen? Naja, Mädchen können doch schon was....
Also kurz gesagt: bei dem technischen Teil müssen wir unser Feuerwehrwissen präsentieren.
Und dann gibt es noch einen sportlichen Teil. Das ist dann auch schon das Problem. Sportlich ist hier leider kaum einer, zumindest kann keiner die Füße schnell genug voreinander setzen. Aber irgendwie schaffen wir es mit ein wenig Übung dann doch noch den Hindernisparcours und die sportlichen Aufgaben darin zu bewältigen. Die letzten Jahre hat es eigentlich immer geklappt und wir haben die anderen Gruppen weit hinter uns gelassen.
Wettbewerbe sind immer was tolles. Da kann man auch mal die Jungs und Mädels aus den anderen Jugendfeuerwehren treffen und man hat einen Menge Spaß bei den "Spaßigen Spielen", welche es eigentlich immer als Nebenprogramm gibt. Da geht es dann um alberne Spiele die nix mit Feuerwehr zu tun haben.
Aber es gibt bei der Jugendfeuerwehr auch noch viele andere Dinge als Wettbewerbe.
Zum Beispiel fahren wir im Sommer, wenn alle Wettbewerbe vorbei sind, ins Zeltlager. Meist fahren wir für 10 Tage nach Potzwenden. Dort ist das Göttinger Kreiszeltlager und da treffen sich wirklich ALLE. Zehn Tage Spiel, Spaß und Sport. Und lange aufbleiben. Keine Eltern.... einfach toll. Wir haben dort einen Zeltplatz im Wald wo wir dann unsere Zelte aufbauen. Die Zelte sind echt komfortabel, aber es ist schon eine ziemliche Herausforderung für unsere Nasen, zumindest nach ein paar Tagen. Neben vielen Spielen müssen wir auch einen Tag- und einen Nachtorientierungsmarsch machen. Der ist ziemlich anstrengend, aber verlaufen haben wir uns noch nicht, zumindest nicht letztes Jahr. Auf jeden Fall haben wir immer eine Menge Spaß. Wir waren auch schon in anderen Zeltlagern, zum Beispiel in Grömitz an der Ostsee. Das soll bislang auch immer sehr nett gewesen sein. Ich habe gehört das wir dieses Jahr auch etwas weiter weg fahren wollen. Das wird bestimmt voll cool. Bin schon gespannt was da dann los ist.
Im Herbst ist es dann endlich soweit. Dann machen wir endlich auch mal so etwas wie Einsatzübungen wie bei den "Großen". Dann dürfen wir auch mal ein wenig mit Wasser üben. Das macht mir ja immer am meisten Spaß. Die Übungen bei den Wettbewerben finden ja immer ohne Wasser statt. Da können wir dann mal beweisen, was wir wirklich gelernt haben und mal richtig "Feuerwehr" spielen.
Apropos lernen.... wenn es dann ein wenig kälter und abends dunkler wird, wollen wir natürlich auch nicht mehr so viel raus. Dann beginnt die Zeit des Theorieunterrichts aber auch der lustigen Veranstaltungen. Meistens ist die eine Woche etwas Feuerwehrtechnisches und die andere Woche dann etwas Nettes.
Im Unterricht lernen wir alles rund um die Feuerwehr und die entsprechende Technik. Angefangen vom richtigen Absetzen eines Notrufes, über Knoten & Stiche bis zur Bedienung von Feuerlöschern ist alles dabei. Ich finde das interessant und meistens sind wir "Kleinen" auch besser als die Älteren in der JF. Wie gesagt, Knoten ist nicht so mein Ding, aber dafür weiß ich alles über unsere Fahrzeuge....
Und wenn wir nicht gerade Unterricht haben, gehen wir Schwimmen oder Kegel oder so etwas. Manchmal backen wir auch Pizza und einmal im Jahr gucken wir auch ein Video über unserem Beamer, das ist dann wie im Kino.
Zum Jahresende machen wir dann immer eine Weihnachtsfeier. Letztes Jahr waren wir erst Schlittschuhlaufen und dann gab es in der Unterkunft lecker Essen. Da waren dann auch ein paar Aktive dabei und ein paar lustige Spielchen gab es auch.
Natürlich machen wir aber auch noch andere Dinge wie zum Beispiel Altpapier sammeln. Das machen wir 6x im Jahr und bewegen dabei im Schnitt so knapp 65 Tonnen Papier pro Jahr. Und das sind ziemlich viele Anhänger voll.
Einmal im Jahr machen wir dann auch meist eine Ausfahrt. Letztes Jahr zum Beispiel waren wir in einem Hochseilklettergarten in Hannover. Das hat tierisch viel Spaß gemacht über die aufgehängten Hindernisse zu klettern. Die Hindernisse hängen in etwa 10-12m Höhe. Zum Glück ist man aber dabei gesichert. Allerdings kostet es schon ziemlich viel Überwindung den ersten Schritt ins "Nichts" zu machen. Am meisten Spaß dabei hat die Seilbahn am Ende des Parcours gemacht. Da konnte man im Sicherungsgeschirr von ganz oben quer durch die ganze Halle sausen. Neben diversen anderen Sportangeboten gab es da auch BMX Fahrräder und einen genialen Parcour mit Sprungschanzen. Da sind wir dann auch drüber gefahren, das kann man ja sonst nirgendwo machen.
Fahrrad fahren tun wohl alle Jugendlichen gerne. Zumindest kommen fast alle Montags immer mit dem Fahrrad zur Jugendfeuerwehr. Das war wohl auch schon früher so. Denn die Jugenfeuerwehr gibt es schon ziemlich lange. Bereits 1969 wurde sie von Berthold Storbeck gegründet. Damals gab es noch diese alten Kombi´s. Das waren blaue Anzüge die sich zwar bequem tragen ließen, aber doch eher aussahen wie ein etwas großer Kartoffelsack... Heute haben wir ja unsere schicken zweiteiligen Kombis. Die sehen auch viel besser aus, aber darauf kommt es eigentlich nicht darauf an, sondern auf die höhere Sicherheit wegen den Reflexstreifen.
Das hätte den Mädels von heute wohl nicht gefallen, wenn Sie in solchen "blauen Säcken" herumlaufen sollten. Aber in der Gründungszeit gab es auch noch keine Mädchen in der Jugendfeuerwehr.
Jugendwarte gab es seit 1969 einige. Angefangen hat alles mit Berthold Storbeck. Danach kamen Wolfgang Malorny und Bernd Fischer. Anschließend führte Rudi Kratzat die Jugendfeuerwehr, gefolgt von Thorsten "Thorte" Geisler, welcher fast 12 Jahre mit den damaligen Kids gearbeitet hat. So alt bin ich zwar gerade mal, aber die Kids von "damals" kenne ich auch, da die meisten von Ihnen jetzt bei den Aktiven dabei sind.
Unser heutiger Ortsbrandmeister gab damals sein Amt an Dirk "Dirki" Meyer weiter, welcher zusammen mit Jens Fehrensen die Jugendfeuerwehr weiter führte. 2000 hat Jens Fehrensen, unser Ente, dann die Jugendfeuerwehr übernommen. Nach zehn Jahren aktiver Jugendarbeit hat er dann 2006 sein Amt an Claus Spruch abgetreten. Claus ist heute zusammen mit seinem Team Silke Henzler, Stefan Ahlborn und Christian Krause für uns verantwortlich. All diese Jugendwarte und Stellvertreter waren und sind dafür zuständig den Nachwuchs auf die Aufgaben bei den "Großen" vorzubereiten. Mir zumindest macht es riesig Spaß bei der Feuerwehr und vielleicht hast du ja auch Lust bekommen mal bei uns vorbeizuschauen. Wenn du mehr über uns wissen möchtest, kannst du unter www.jf-herberhausen.de nachschauen, was wir noch so alles machen oder am besten direkt Montags um 18.00 Uhr bei uns vorbeischauen und mitmachen.
Bis bald, Euer Florian